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geschäftsführender Vorstand (nach den Wahlen am 08.09.2019)

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geschäftsführender Vorstand (nach den Wahlen am 08.09.2019)

Der SGV Abteilung Hordel-Bochum e.V. hat seinen geschäftsführenden Vorstand, bis zur regulären Wahl im Frühjahr 2020, neu gewählt.


Einladung zur außerordentlichen Mitgliederversammlung

Einladung
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Das Ende des deutschen Steinkohle- Bergbaus und der Sauerländische Gebirgsverein (SGV) in Bochum-Hordel

Hart an der Grenze zu Wanne-Eickel in Bochum-Hordel liegt ein Juwel, die Kolonie Dahlhauser Heide, im Volksmund auch „Kappskolonie“ genannt. Die Anfang des 20. Jahrhunderts von der Familie Krupp gebaute Bergarbeitersiedlung wurde 1975 unter Denkmalschutz gestellt, nachdem die Stadt Bochum die Sanierung der Siedlung begonnen hatte. Heute stellt die Kolonie ein schmuckes Wohngebiet dar.

In den Mauern dieser Kolonie und dem benachbarten Eickel fanden sich einige junge Männer zusammen, überwiegend auf den nahegelegenen Zechen Hannover, Hannibal und Carolienenglück beschäftigt und gründeten einen Wanderverein, die heutige SGV-Abteilung. Sie wurde zum Sammelbecken vieler Bergleute aus der Gegend. Sie erlebte im Zeichen des Bergbaus einen lebhaften Auftrieb. Dank der Eigenarten der Bergleute – Zusammenhalt, gegenseitige Unterstützung, Hilfsbereitschaft, Solidarität – und mit Unterstützung der Kruppschen Verwaltung entwickelte sich eine vielbeachtete Abteilung im ganzen SGV.

Während des 2. Weltkrieges hat sich die Abteilung besonders hervorgetan. Als die Gewalt des Krieges zunahm, litt die Zivilbevölkerung immer mehr unter den Bombenangriffen der Alliierten. Weil man den Angriffen wehrlos ausgesetzt war, reifte unter den männlichen Mitgliedern, die weitgehend bergmännisch geschult waren, der Plan, in der Kolonie Dahlhauser Heide einen Luftschutzstollen für die Zivilbevölkerung zu bauen. Dank der Hilfe und Unterstützung der Kruppschen Verwaltung wurde 1943 der Bau in Angriff genommen. Der Stollen bot dank der bergmännischen Fähigkeiten der Mitglieder in 12 Meter Tiefe etwa 1.200 Menschen Schutz vor Bomben. Bei Fliegeralarm stand er selbstverständlich nicht nur den Vereinsmitgliedern, sondern der ganzen Bevölkerung zur Verfügung, - ein Angebot, das von den Bewohnern der Kolonie dankend angenommen wurde. Wie sich zeigte, eine Handlungsweise, die sich später als  nutzbringend erwies.

 

 

Die Abteilung Hordel, eng verbunden mit dem Kohlebergbau, hat diese Verbundenheit in Festumzügen des SGV durch Präsentation als Bergarbeitergemeinschaft in Bergmannsuniformen dokumentiert und ist stets mit großem Applaus empfangen worden. Ein Transparent, getragen von Bergleuten der Abteilung und als Beweis für das breite Band vielseitig vertretener Berufe ist präsent. „Bergleute, Techniker, Leute vom Bau – alle wandern im SGV“.

 

 

Die Hordeler sind stolze Besitzer eines eigenen Wanderheims ganz in der Nähe der Siedlung Hordeler Heide. Dank der hochherzigen Unterstützung der Kruppschen Verwaltung wurde das Haus in Eigenhilfe 1933 errichtet und in den folgenden Jahren erheblich erweitert. Nach Stilllegung der Bochumer Zechen Hannover und Hannibal bekamen die Hordeler die Möglichkeit, zur Erinnerung an den größten Arbeitgeber vor dem Wanderheim zwei Loren dieser Zechen, die dem Kohletransport dienten, aufzustellen; zum steten Gedenken an die jetzt zu Ende gegangene Bergbauzeit.

 

 

Ein weiteres Zeichen der Verbundenheit mit dem Bergbau kommt von der alten SGV-Abteilung Bochum, die jetzt mit den Hordelern zusammen die SGV-Abteilung Hordel-Bochum darstellt. Das Vereinsleben spielte sich weitgehend im Barbaraheim , einem früheren Betriebsgebäude der Zeche Barbara an der Kemnader Brücke in Bochum-Stiepel,  ab. Nachdem das Haus nicht mehr genutzt wird, steht ein weiteres Symbol zur Verfügung. Ein Bergmann in Stein, ein dreidimensionales Relief, jetzt in Holz gerahmt wird demnächst einen Ehrenplatz im Hordeler Wanderheim bekommen.

 

Eine gehaltvolle Geschichte aus Hordel um den deutschen Bergbau ist allerdings die um die heilige Barbara, Patronin der Bergleute. Die Verankerung der oberschlesischen Tradition der Barbara-Verehrung im Ruhrgebiet 1947 ist der „Vereinigung der Freunde für Kunst und Kultur im Bergbau“ zu verdanken. Beteiligt war der Bergwerksdirektor der Zechen Hannover/Hannibal, Dr. Fritz Lange, Mitglied der SGV-Abteilung Hordel. Die hiesigen Bergleute bekamen mit der heiligen Barbara eine Identifikationsfigur. Das grausame Schicksal der heiligen Barbara und ihre Standhaftigkeit im Glauben verdankte sie ihre Verehrung.

Die Verwaltung der Kruppschen Zechen hatte ganz in der Nähe des Hordeler Wanderheims ein neues Casino errichtet. Das Haus bekam ein besonderes Barbara-Zimmer mit dementsprechender Ausrichtung und diente der Verehrung der heiligen St. Barbara.                    

Die Hordeler sind sich ihrer Bedeutung als herausragende Bergarbeiter-Abteilung durchaus bewusst und blicken voller Stolz auf die jetzt ausklingende Zeit zurück. Anderseits ist der Blick nach vorn gerichtet. Heute besteht die Mitgliedschaft aus vielen Berufen, die die Zukunft sichert. Der Bergmannsruf „Glück auf“ verhallt immer mehr. Der Wanderergruß „Frisch auf!“ tritt wieder in den Vordergrund.